Das Hawkwind-Universum kündigt für Frühjahr 2012 ein neues Studioalbum an. Man hatte kaum Zeit, alle Details des letzten Albums zu ergründen, und da soll es schon wieder eins geben? Bei einer Band, die zwischen 1998 und 2010 ziemlich am Boden lag und nur eine einzige Studioplatte rausbrachte, kommt diese Wiederaufnahme des alten Publikationsrhythmus fast einer Sensation gleich. Man hatte sich längst daran gewöhnt, die Hawks als ein überzeitliches Phänomen wahrzunehmen, dessen Uhr anders tickt. Und nun diese Inflation.
Die aktuelle Besetzung macht einen erstaunlich stabilen, spielfreudigen Eindruck. Eben diese Besetzung und die zeitliche Nähe zu Blood of the Earth lässt einen Output im selben ästhetischen Gewand vermuten: verspielte Weltraumepik mit balladesk-konzertanen Passagen, technoidem Deep-Space-Maschinengepumpe, melancholischem Gitarrenflirren und revitalisiertem Kiffer-Punk-Krautrock. Hoffentlich nicht zu viele halbgare Neuaufnahmen alter Stücke. Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre es die Rückkehr der Akustikgitarre ins Klangbild.