Sonntag, 14. September 2008

Tag des offenen Denkmals

Die Kirche St. Paul in unserer direkten Nachbarschaft ist relativ neu, Anfang des 20. Jahrhunderts, ist aber immerhin hübsch neu(spät)gotisch. Wenn man bei uns auf dem Balkon steht und dort hinaufschaut, befällt einen kurzzeitig das Gefühl, sich in irgendeiner englischen Kathedralenstadt zu befinden, Gloucester oder Canterbury meinetwegen.
Heute am Tag des offenen Denkmals haben wir mal die Gelegenheit ergriffen, dort raufzusteigen und uns das Viertel und unser Haus von oben anzuschauen. Zuvor gab es die ellenlange Führung eines jungen, netten, aber detailverliebten Gemeindeoberen, der die Geduld einiger Teilnehmer etwas strapazierte, bevor es dann endlich an die versprochene Turmbesteigung und den Marsch über die Hühnerleitern des Gewölbes ging.
Als noch spektakulärer empfunden wurde von uns der Besuch dieses Hauses in der benachbarten Straße, eines Gründerzeithauses, dessen vermodertes Dachgeschoss unlängst von einem Architekten ausgebaut, saniert und auf den neuesten Stand gebracht wurde. Auf den allerneuesten Stand. Es entstand im Treppenhaus eine Besucherschlange, da immer nur eine bestimmte Zahl von Leuten hinein durfte, und alle, die von oben herunterkamen, murmelten „Boah!“ oder „Meine Fresse!“ oder versicherten einem, dass das Warten sich lohne. Tja, das stimmte. Studentenbuden haben wir ja in all den Jahren genug gesehen, aber diesmal war die hippe, moderne Geldaristokratie dran, und wir bekamen auf einen Schlag die Jahresdosis Sozialneid verpasst. 280qm bewohnte Fläche mit modernster Ausstattung, ein Spielfeld für Designer, Accessoire-Süchtige, Möbelverrücker und Schöner wohnen-Chefredakteusen. Wir werden diese Wohnung gewiss noch in diversen Fernsehfilmen zu sehen bekommen, weil RTL sie ganz bestimmt bald für Dreharbeiten anmietet, um dem Publikum die Illusion zu verkaufen, in Deutschland würde selbstverständlich derart gewohnt. Was ich bislang noch nicht wusste, weil ich mir nie Gedanken darüber gemacht habe: Es gibt spezielle Weinkühlschränke, die einem Weinregal nachempfunden sind und hundert oder mehr Flaschen immer auf der exakt einstellbaren Temperatur halten. 15 Grad, sagte die Digitalanzeige. Allein diese Stromkosten sind pure Dekadenz. Außerdem gibt es offenbar Mitbürger, die drei riesige Flachbildschirme (zweimal LCD, einmal Plasma) über ihre Bude verteilen und die Designerbadewanne freistehend neben das Doppelbett stellen. Und die Hochterrassen unterhalten, die andernorts als Parklandschaften durchgehen. Verräterisches Detail: Im lückenlos befüllten Bücherregal, das sich eine komplette Hochwand bis in die zweite Wohnetage hocharbeitet, entdeckte ich ein Exemplar von James Herberts Die Ratten und wusste sofort, dass dieses Regal mittels gedankenlos erstandener Flohmarktkisten bestückt worden war – reines Accessoire, denn Leute, die Weinflaschen derart kühlen, lesen definitiv keine Romane von James Herbert.
Als wir wieder unten vor der Tür waren, kam ein aufgedunsener Freak angeschlurft und fragte: „Haste mal ne Zarette? Schbin psüschisch krank.“ Wie schön, dass es das auch noch gibt.

Freitag, 12. September 2008

In der Stadt

Heute bin ich noch mal in die Stadt gefahren, aus keinem besonderen Grund, sondern nur wegen der Zerstreuung. Ich wäre jedoch vor den Toren beinahe wieder umgekehrt, denn der obligatorische Stau war besonders lang und hartnäckig. Wenn diese unheilige Allianz von Stadtverwaltung und Einzelhandel nicht in der Lage ist, für fließenden Verkehr zu sorgen, dann hat sie weder meine Parkgroschen noch meine Einkäufe verdient. Aber irgendetwas im Kleinhirn quengelt: „Halt durch, du Lusche, da unten wartet ein Kabeljaufilet auf dich!“
Okay, überredet. Dumpfes Vor-sich-hin-Starren und Auto meterweise rollen lassen.
Das Erste, was es in der Innenstadt wahrzunehmen gibt, ist der schrecklichste Straßenmusiker der Welt. Ich stehe gerade am Geldautomaten und denke, das Gerät sei irgendwie defekt, bis ich bemerke, dass das Gewinsel nicht von der Mechanik stammt, sondern von diesem Typen einige Meter weiter. Ein zahnloser Hutzel-Opa mit Klampfe und einer Haut, die wirkt, als sei er auf ihr einen Felshang in den Abruzzen runtergerutscht. Er klimpert und singt auf eine Art Experimentalitalienisch gezielt vorbeiflanierende Damen mittleren Alters an. Könnte auch Bulgarisch sein. Der Flirtfaktor eines Eros Ramazotti nach der Entsaftung. In München hätte man den längst in der Gummizelle verschwinden lassen, aber das hiesige Ordnungsamt ist definitiv zu liberal.
Später im Kaufhof geselle ich mich noch zu dieser Menschentraube hinzu. Folgendes war passiert: Ein junger Mann kommt die Rolltreppe runter, schreitet zwischen den Sicherheitsscannern durch, und es piept und blinkt. Der junge Mann bemerkt das gar nicht, sondern geht mit seinem Begleiter plaudernd einfach weiter. Es hält ihn auch niemand von den netten Herren in Blau auf, die haben gerade Mittagspause. Nun blicken gleichzeitig etwa ein Dutzend Kunden, die gerade nahebei am Stöbern waren, alarmiert auf und nähern sich dem blinkenden und piependen Scanner und beobachten ihn fasziniert beim Piepen und Blinken. Weitere Interessierte stoßen dazu, um diese Erfahrung zu teilen. Ich stelle mich einfach auch mal daneben und gucke mit. Das kleine Mädchen vor mir quiekt sogar, lacht ziemlich entfesselt und versteift sich ganz merkwürdig. Ich bekomme es mit der Angst zu tun, gehe schnell weiter und höre auf Höhe der Bücherabteilung die Durchsage: „Die kleine Persephone möchte von ihrer Mama am piependen und blinkenden Scanner abgeholt werden. Sie hatte eine mystische Erfahrung und hat sich ins Höschen gepieselt.“
An der Takeaway-Theke des Fischrestaurants ist ein älterer Herr vor mir, der gerade seine Fish and Chips über die Theke gereicht bekommt und nach Plastikbesteck in den bereitgestellten Schalen wühlt. Was er jedoch herauszieht, ist ein blutiges Skalpell und so eine Art kleines gynäkologisches Instrument. Im Idiom der Einheimischen ruft er, frei übersetzt: „Habt ihr hier kein anständiges Besteck?“ Die Küchenhilfe zieht das Messer aus dem Rücken ihres Kollegen, der kopfüber halb in der Friteuse hängt, und reicht ihm das. Dabei gerät sie in der Blutpfütze auf dem Boden ins Rutschen und muss aufpassen, sich nicht flachzulegen und komplett einzusauen.
Ich gehe dann mal wieder ohne Bestellung. Auf dem Rückweg zum Auto muss ich noch mal an dem Straßenmusiker vorbei. Er liegt dort, stranguliert mit einer Gitarrensaite, und die Zunge hängt ihm blau aus dem Mund. Außerdem hat eine unbekannte Dame ihm mit massig Lippenstift einen Kuss auf die grobporige Wange gedrückt.
Der Stau stadtauswärts ist dann nicht mehr so wild, weil offenbar einige arabische Studenten aus dem Studentenwohnheim heraus mit Bazookas auf die stehenden Autos geschossen und sie pulverisiert haben, bevor ein SEK wiederum sie pulverisiert hat. Soll mir recht sein, ich fahre ein bisschen Slalom um Autowracks und Trümmer des ausgebrannten Studentenwohnheims herum und habe freie Fahrt nach Hause.

Provinz mediale

Wenn man auf dem Land weilt und es regnet, sollte man sich auch massenmedial der Szenerie anpassen. Im Fernsehen ist es das bundesweit versendete, aber nicht zufällig vom regionalen Anbieter SWR produzierte Kaffee oder Tee?, eine Sendung für solche, die irgendwo auf dem Dorf hocken, während es regnet, und nachmittags nicht so recht etwas mit sich anzufangen wissen. Ideal also für mich. Es geht um das Wetter, um Gartenpflege, das Wetter, um Dorferneuerung, um regionale Künstler, um Yoga, das Wetter, Kochrezepte und um das Wetter. Zwischendurch werden auch mal niedliche Tiere vermittelt.
Ich frage mich allerdings, ob die wechselnden Moderatoren tatsächlich so harmlos sind, wie sie immer tun. Sie wirken allesamt wie mit der Schablone „Schwiegertochter/sohn“ gestanzt und sind das verständliche Gegenmodell zu all den hippen Moderationsuntoten der Dumpfbacken-Sender.
Aber diese liebreizende SWR-Dunkelhaarige von gestern zum Beispiel hatte beim Gespräch mit dem Wetterfrosch diesen ungemein kecken Blick drauf, und man musste kein Gebärdenexperte sein, um auch anhand anderer Signale zu erkennen, dass sie irgendwie spitz auf den zu sein schien. Erstaunlicherweise war der Wetterfrosch jedoch ein völlig unattraktiver Klotz, was mich zu der Vermutung verleitet, dass sie eventuell gerade ihren Eisprung hatte - oder gar nicht spitz auf den Wetterklotz war, sondern auf den Kameramann. Man vergisst bei diesen Heile-Welt-Dialogen in simulierter Kleingartenlandschaft ja sehr schnell, dass da eine Menge Typen herumstehen, die man ja gar nicht sieht und die eventuell gerade obszöne Gesten oder so was vollführen. Wer weiß, was da alles abläuft, während die Dunkelhaarige mal eben aus dem Bild verschwindet, weil eine andere Kamera fünf Minuten lang den Klimperheini aus Oberstolzenbachhausen bei seinem Herbstliedchen im Blick hat oder während der Einspielfilm über die Trachtentanzgruppe Prielmannsdorf-Unterbeuern läuft.
Die männlichen Moderatoren indes sind auch nicht übel. Der eine Blonde lachte neulich über einen Witz, der zuletzt im Jahr 1753 v. Chr. in einem Vorort von Jericho gesichtet wurde, derart lauthals, dass er gar nichts anderes sein kann als ein beinharter Zyniker. Und wenn er nach dem stundenlangen pseudo-interessierten Getue und all den Live-Beiträgen zu Blumengestecken, Haushaltsreinigung und dem Kochkurs mit Oma Martha Feierabend hat, sitzt er zu Hause vor der Glotze, zieht sich Michael Dudikoff auf DVD rein und wirft mit Bierflaschen nach seiner Frau. Wahrscheinlich ist er mit der Dunkelhaarigen verheiratet, weswegen es also echt kein Wunder wäre, wenn die dem Kameramann schöne Augen macht.

Donnerstag, 11. September 2008

Kreaturen der Nacht

Beim abendlichen Quarzen vor der ländlichen Haustür muss man aufpassen, dass man nicht auf den Frosch tritt, der in den Blumenkübeln wohnt und bei Dunkelheit herausgehüpft kommt. Sobald man ein paar Schritte von der Tür weggeht, muss man zwingend den Kopf einziehen, weil nach Einbruch der Dämmerung diese einzelne Fledermaus sich auf die Socken macht, die Straßenlaterne umschwirrt und Insekten abgreift, während vor einem dieser freche Marder sitzt und einen halbwegs fassungslos anstarrt. Geht man zur zweiten, oberen Haustür raus, gerät man womöglich zwischen die Fronten des Katerstreits, der sich um den Streuner-Fressnapf entspinnt, während der Igel, der in der Hecke wohnt, bloß blöd auf dem Gras sitzt und zuschaut. Wenn man danach in den dunklen Keller gehen möchte, um sich eventuell ein Eis aus der Kühltruhe zu holen, muss man aufpassen, dass die größte, haarigste Kellerspinne der Welt nicht gerade direkt auf dem Lichtschalter hockt.
Wenn man dann bei gekipptem Fenster im Bett noch etwas Fernsehen schaut, artikuliert sich draußen der Kauz, der sich offenbar direkt auf dem Fensterbrett mit einem Fuchs unterhält, jodeln die Kater und machen den Hansi Hinterseer, bevor einer von der Spezies Dorfproll die Straße hochfährt und bei offenen Fenstern auf seiner Monstro-Anlage Porno-Rap hört. Beim Runterfahren zehn Minuten später hört er Yvonne Catterfeld. Na, wenigstens konsequent.
Und wenn man dann schließlich nachts einsam im Bett liegt und gegen halb vier Uhr bedrängt und angeschubst wird, dann ist das nicht etwa der Geist der vorherigen Weihnacht, sondern das Hauskatzentier, das von seinem Lieblingsplatz, dem hohen Elternschlafzimmerschrank, herunterkommt ins Erdgeschoss, um zu überprüfen, ob man auch bloß ordnungsgemäß schläft.
Drei Tage länger, und ich werde mit all den Tieren sprechen und sie segnen.

Dienstag, 9. September 2008

Wetterschen

Hoppla, wassen das fürn Wetterschen heute?
Die Nacht bei offenem Fenster war geprägt von einem Kauz, der wild herumschuhut hat. Der Morgen grüßt mit dichtem Nebel im Tal, mit unsichtbaren muhenden Kühen hinter weißen Schleiern. Ab halb elf präsentiert sich der blankgeputzte Himmel in lieblicher Pracht.
Oh, da lasse ich den zu redigierenden Porno und den anzufertigenden Artikel doch mal zu redigierender Porno und anzufertigender Artikel sein und schlage mich skrupellos ins Gebüsch. Wenn ich nicht wiederkehre und dieses Weblog verwaist, dann wurde ich von Schafen angefallen, von Zecken ausgesaugt, liege irgendwo am Fuß einer Klippe, oder der Erlkönig hat mich im dunklen Tann geholt und schmatzt an meinen Eingeweiden.

Montag, 8. September 2008

Jau!

Nun ja, 15 DVDs wäre echt übertrieben gewesen, es wurden nur drei daraus. Darunter ein Klassiker, den man besitzen muss. Ich behaupte standfest und ohne im Moment weiter darüber nachzudenken, dass Jabberwocky der komischste Film der Welt ist, jedenfalls aber neben Robin und Marian der beste Film über das Mittelalter. Eine beeindruckende intellektuelle und technische Leistung. Ich liebe König Bruno den Fragwürdigen und Herrn Fishfinger; sie sind so authentisch.
Die neue Einkaufspassage kommt auf ein Drittel oder die Hälfte der Kalker Mall, in der ich ein und aus ging, als wir noch auf der Schäl Sick wohnten. Ziemliches Gewusel so früh nach Eröffnung, da muss man wohl noch mal in Ruhe durch. Einige Läden haben die Größe von Schuhkartons, und die Gänge in Kalk sind locker dreimal so breit.
Den besten Fisch der Welt macht übrigens nach wie vor Brauns Fischrestaurant in der Fleischstraße. War früher in der Kindheit immer etwas Besonderes, wenn man dorthin ging oder was mitgebracht bekam. In meinem Drang, verloren geglaubte Rauschzustände wiederherzustellen und nach Möglichkeit zu konservieren, trat ich also noch mal ein – und der Kabeljau war wirklich Jau!

Sonntag, 7. September 2008

Inklusorium

Wieder mal hüte ich das Haus auf dem Dorfe. Es herbstelt gewaltig auf dem Land, es stürmt geradezu, während da, wo mein Vater im Urlaub ist, offenbar die Sonne scheint. Fahrradfahren ist nicht, es sei denn, man möchte es Mary Poppins nachmachen und die Welt mal von oben betrachten. Außerdem sehe ich in einem Rock bescheuert aus. In der Dunkelheit und beim Rauchen auf der Terrasse irritiert mich ein neues rotes Licht am Horizont, das früher nie da war. Bei Tageslicht erkennt man, dass an dieser Stelle jetzt ein Windkraftrad über den Horizont lugt.
Die Katze ist mitgefahren und hat im Auto in ihren Transportkorb gekotzt, als ich diese eine Kurve zu rasant nahm. Es herrscht nun hier eine intensive Mensch-Katze-Kommunikation, aber keinerlei zwischenmenschliche. Ein formvollendetes Inklusorium. Meine zwischenmenschliche Kommunikation gestern bestand aus: „Eine Stange von den gelben Gauloises, bitte“ und aus „Nein“ auf die Frage „Auch getankt?“.
Kein Dorffest in Sicht, und das Dorfrestaurant hat dicht bis Ende des Monats.
Allerdings habe ich den Auftrag zu einem Artikel im Gepäck sowie einen Dark-Fantasy-Porno zum Redigieren, bei dem mir dauernd ganz wuschig wird. Zudem liegt hier ein riesiger Stapel Lokalzeitungen, den ich noch nicht angetastet habe, weil wirklich rein gar nichts Relevantes drinsteht in dem Blatt. Dann lieber Porno. Morgen gönne ich mir eine Fahrt in die Stadt, schaue mir die neue Einkaufspassage an, von der alle großkotzen, und kaufe mir 15 DVDs. Nein, definitiv keine Pornos.

Mittwoch, 3. September 2008

Hölle im Gebäude 9

Ich war zuvor noch nie im Gebäude 9 und kam mir mit meinem dunklen Jackett ein bisschen overdressed vor. Ziemlich wrack, dieses Areal, aber charmant und mit sehr nettem Team. Bei einem heftigen Regenguss wie gestern Abend nimmt ein Drittel des Publikums unter dem lecken Dach unfreiwillig eine Dusche, und der Boden wird glatt. So spart man sich vermutlich die Reinigungskräfte, indem man später eben noch mal mit dem Abzieher durchgeht.
Das Publikum kam zur Lesung des australischen Horror/Dark-Fantasy-Newcomers Will Elliott (Hölle), der begleitet wurde von Oliver Rohrbeck, Synchronsprecher (u.a. Ben Stiller), Chef einer Audiobook-Firma und Sprecher einer Figur der Drei ??? genauso wie des Hölle-Hörbuchs. Mein Piper-Auftraggeber moderierte den Spaß, weswegen wir auf der Gästeliste landeten. Mehr als die Hälfte des Publikums war Fan der ??? und kam wegen Rohrbeck, und der ziemlich zurückhaltende Autor geriet ein bisschen ins Hintertreffen, aber dieses cross marketing war schließlich die Absicht dahinter. Rohrbeck ist ein großer Unterhaltungsfaktor, aber mir persönlich geht diese Art des Vortrags etwas zu weit: Das Lesen in verteilten Rollen ist eine virtuose Sache, die viel Erfahrung und Training erfordert, jedoch prägt der Sprecher den Figuren seine Interpretation auf und macht aus Romanpersonal das eines Quasi-Hörspiels. Manchmal wird das so quiekig oder röhrend, dass man die Comic-Sprechblasen förmlich in der Luft schweben sieht. Ich persönlich höre Bücher nicht gern, ich lese sie lieber. Das Publikum hat’s jedenfalls genossen, und für eine solche Veranstaltung kann man schwerlich eine bessere Wahl treffen als Herrn Rohrbeck.
Das Buch scheint mir ziemlich schizo und archetypisch zu sein, und ich mache hier gern Werbung dafür.
Beim Umtrunk danach lernte ich allen Ernstes noch einen Übersetzer kennen, mit dem ich früher viel zu tun hatte. Wir wuchteten damals nahezu eine komplette Fantasy-Reihe und kannten uns nicht mal persönlich. Das war aber jetzt ein Hallo, bevor wir zur obligatorischen Wehleidigkeit übergingen: „Diese Zeiten kommen nicht wieder!“

Montag, 1. September 2008

Gastro-Kritik

Die Mikrowellen-Cheeseburger von Plus erwiesen sich als ganz ordentlich.

Nuss-Eis

Ich fand dieses Nuss-Eis gestern etwas zu nussig. Aber na ja, es war Nuss-Eiscreme mit Nusslikör und ganzen Nüssen. Wenn ich das bestelle, bin ich wohl irgendwie doch selbst schuld, wenn es mir zu nussig ausfällt.