Sonntag, 14. Juni 2009

Das Mondlicht fällt auf das Fußende meines Bettes und liegt dort wie ein großer, heller, flacher Stein.

Ich mag eigentlich keine Hörbücher. Sie liefern mir zu viel vorgefertigte Interpretation und Assoziation mit. Wenn ich Lust habe, lese ich selbst vielleicht mal eine Zeitlang laut, bis mir das Maul austrocknet oder das Verhaspeln überhand nimmt. Dafür muss ich eigentlich kein Geld ausgeben, aber vielleicht liegt es einfach daran, dass ich zu selten bügle.
Ich habe mir nun dennoch mal den bedeutendsten phantastischen Roman aus deutscher Feder geordert, einfach weil’s ihn gelesen gibt, weil die Lesung vorzüglich sein soll, weil's skandalös billig zu haben war und weil ich mir vom reinen, meditativen Zuhören neue Erkenntnisse erhoffe, was das wunderliche Dasein zwischen Traum und Wachen angeht und wie der Mikro- mit dem Makrokosmos zusammenhängt. Ich werde das Buch flach liegend anhören, 8 CDs lang, und mal abwarten, ob ich zur Prosa zu schweben beginne.

1 Kommentar:

  1. Wenn der Vollmond in seiner Gestalt zu schrumpfen beginnt und seine rechte Seite anfängt zu verfallen - wie ein Gesicht, das dem Alter entgegengeht, zuerst an einer Wange Falten zeigt und abmagert -, dann bemächtigt sich meiner um solche Zeit des Nachts eine trübe, qualvolle Unruhe.

    Hörst Du Dir das nächtens beim Schein einer Kerze an? Kleiderhaufen würde ich vorsorglich entfernen ...

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