Samstag, 20. März 2010

Nachausschüttung

Na, da will man sich nicht beschweren! Zum Briefkasten gegangen, Schreiben der VG Wort vorgefunden und den jährlichen Rechenschaftsbericht oder sowas erwartet. Tatsächlich fällt aber ein Scheck heraus, bei dessen Betrag einem erst mal die Äuglein überquellen. Es ist die Nachausschüttung für die inzwischen massenhafte Verbreitung von Multifunktionsgeräten (private Scanner-Drucker u.ä.), mit denen Hinz und Kunz, man selbst eingeschlossen, tagtäglich das Urheberrecht aushebeln kann. Die VG hat 2009 bei den Geräteherstellern Urheberabgaben eingetrieben in Form eines Vergleichs. Der Konflikt währte schon lange. Offenbar hat die VG zu Anfang des Prozesses arg hohe Abgaben veranschlagt, weswegen die IT-Branche im Dreieck sprang. Nachdem diese 2008 grundsätzlich vor dem BGH unterlag, musste innerhalb einer Frist ein Vergleich ausgehandelt werden, der die Forderungen der VG berücksichtigt, ohne die Interessen von Industrie und IT-Kunden zu gefährden. Stichwort Preisniveau und Wirtschaftlichkeit. Als Folge dessen sind die realen Abgaben für die Industrie nun verschmerzbar. Sie hat jetzt gezahlt, und alle der VG gemeldeten Artikel für die Jahre 2002-07 wurden rückwirkend den Autoren als Einmalzahlung vergütet. Danke, VG, für die Bemühungen.
Will gar nicht wissen, welche Summen Autoren erhalten, die über die Jahre nicht nur, wie ich, aus Spaß an der Freud ein bisschen launiges Schreibgut ausgeliefert haben, sondern richtig viel und heftig publiziert haben. Ein Feiertag für den notorisch klammen Autorenstand – sofern der Autor seine Publikationen immer schön ordentlich der VG gemeldet hat.